Vitalgeld

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Vitalgeld als Multiwährungssystem mit individuellem Grundauskommen

»Geld ist ein Geschöpf der Rechtsordnung; praktisch kann der Staat nach Gutdünken befehlen, was als Geld fungieren soll, folglich ergibt sich sein Wert aus der staatlichen Anordnung.« Georg Friedrich Knapp, Staatliche Theorie des Geldes, München u. Leipzig, Duncker & Humblot, 1921. 3. Auflage

Das Problem

Das grundlegende Problem unserer Gesellschaft ist die chronische Unterversorgung des größten Teils der Bevölkerung mit Zahlungsmitteln, welche dazu führt, dass diese Menschen nicht angemessen am sozialen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Das führt in der Folge zu Entsozialisierung und wirtschaftlichen Mängeln in allen Lebensbereichen.

Desweiteren ist die derzeitige Währungspolitik dazu angetan, Geld als Ware und Spekulationsobjekt zu missbrauchen, anstatt seiner eigentlichen Bestimmung entsprechend zu verwenden, nämlich dem Transfer von Waren und Dienstleistungen.

Weiterhin stellt die derzeitige Steuerpolitik kein Mittel zur gerechten Verteilung eines Anteils des Geldumlaufs für staatliche Aufgaben dar, sondern ist zu einem für den Steuerpflichtigen undurchsichtigen Steuerdschungel verkommen, welcher dem Gebot der Normenklarheit widerspricht, und zudem keine gerechte Besteuerung mehr ermöglicht.

Obwohl der Staat die Macht über die Währung hat, sind aktuell über 90 Prozent der Bevölkerung nur unzureichend mit finanziellen Mitteln ausgestattet, während ein kleiner Prozentsatz der Bevölkerung das Recht zur Verfügung über den Staat zu haben scheint.

Entgegen dem Exklusivrecht des Staates zur Verfügung über die Währung wurde dieses Recht in Deutschland an nicht demokratisch gewählte außernationale Konsortien sowie privatwirtschaftliche Banken abgetreten.

Außernationale Konsortien bestimmen die Währung und ihren Wert und vorwiegend privatwirtschaftliche Banken schöpfen Geld aus dem Nichts und verlangen als Gegenwert zur Kreditvergabe die Abtretung von Realgütern oder Rechten.

Damit hat Deutschland die Verfügung über seine Währung verloren und – ohne jede Notwenigkeit oder verfassungsrechtliche Ermächtigung – das wichtigste Instrument zum Erhalt des Staates aus der Hand gegeben. Im Ergebnis ist Deutschland damit nicht mehr souverän. Das wiederum verletzt das Souveränitätsprinzip des Art. 20 Abs. 2 GG, wonach alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht und ausschließlich durch Abstimmungen des Volkes und durch besondere nationale Organe der Gesetzgebung, vollziehenden Gewalt und Rechtsprechung ausgeübt werden darf.

Deutschland muss wieder die Hoheit über seine Währung bekommen und auf dieser Grundlage einen Währungsfluss garantieren, welcher allen am Währungskreislauf beteiligten Grundrechtsträgern ein Leben in Würde, also eine soziale und demokratische Teilhabe garantiert und ermöglicht.

Das Ziel

Einführung eines Multiwährungssystems zur Sicherstellung der staatlichen Kontrolle über die Geldschöpfung und den Währungskreislauf, zur Absicherung einer zweckentsprechenden Verwendung von Zahlungsmitteln und einer gerechten Besteuerung sowie zur Sicherstellung eines individuellen Grundauskommens als eine Garantie der sozialen und demokratischen Teilhabe.

Die Lösung

Die Lösung besteht – außer einer benötigten Verfassungsreform zur Sicherstellung des Grundrechts auf soziale und gesellschaftliche Teilhabe und einer Steuerreform zur gerechten Verteilung von Zahlungsmitteln – in einer Währungsreform zur Sicherstellung eines gesicherten Währungs- und Wirtschaftskreislaufs, an dem alle Bürger teilhaben können, durch eine dauerhafte Zurverfügungstellung von Zahlungsmitteln durch den Staat.

Einleitung

Die Physik des Geldes

Die Physik unterscheidet das Universum in offene, geschlossene und isolierte Systeme. Als offen wird ein System bezeichnet, dass Energie mit seiner Umgebung vollständig austauschen kann. Als geschlossen wird ein System bezeichnet, dass Energie mit seiner Umgebung teilweise austauschen kann. Als isoliert wird ein System bezeichnet, dass keine Energie mit seiner Umgebung austauschen kann.

Unsere Erde selbst ist physikalisch ein offenes System. Jede Form von Energie kann mit dem Universum ausgetauscht werden. Der Mensch kann andererseits diese Energie nur in bestimmter Form nutzen. Zum Beispiel kann die Erde ohne Sauerstoff existieren, wir Menschen hingegen können ohne Sauerstoff nicht wirklich existieren. Unsere Erde ist hinsichtlich der für uns Menschen nutzbaren Energie also eine endliche. Es mag irgendwo in den Weiten des Universums Sauerstoff geben. Da wir diesen aber nicht nutzen können, ist er für unser Energiepotential unerheblich. Insoweit leben wir tatsächlich in einem (für uns) geschlossenen (physikalischen) System mit begrenzten Energie-Ressourcen. Diese können physischer oder psychischer Art sein. Eine physische Energie-Ressource ist z.B. Wasser, während unsere Fähigkeit zum Denken eine psychische Energie-Ressource ist. All diese Energien unterliegen den physikalischen Gesetzen soweit diese anwendbar sind.

Die Grundlagen der uns bekannten Physik sind der Erste und der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik.

Der erste Hauptsatz der Thermodynamik, der Energieerhaltungssatz, besagt, dass Energie in einem isolierten System nie verloren geht, sondern nur umgewandelt werden kann.

Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik, der Entropiesatz, besagt, dass die Umwandlung (Entropie) der Energie eines isolierten Systems irgendwann einen Zustand erreicht, an dem keine Energie mehr zur Umwandlung zur Verfügung steht. Erzeugt wird dieser Zustand durch den bei jeder Umwandlung von Energie auftretenden irreversiblen Energieverlust (Energiestreuung/Dissipation), bei dem eine bestimmte Menge der umzuwandelnden Energie für die Umwandlung selbst verbraucht wird und somit für die gewünschte Energieform nicht mehr zur Verfügung steht. Das bedeutet, dass gemäß dem Ersten Hauptsatz der Thermodynamik zwar immer 100% der Gesamtenergie vorhanden sind, diese aber gemäß dem Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik nie zu 100% in eine andere wandelbare Energieform umgewandelt werden kann.

Die insgesamt vorhandene Energie untergliedert sich dementsprechend in (noch) wandelbare Energie, Exergie, und nicht (mehr) wandelbare Energie, Anergie.

Auf die mechanische Ebene übertragen bedeutet dies, dass jede Umwandlung von Energie in einem isolierten System letztendlich dazu führt, dass alle vorhandene Exergie durch Dissipation, z.B. Reibungsverluste, irreversibel in Anergie umgewandelt wurde und keine Exergie mehr zur Umwandlung in andere Energieformen zur Verfügung steht. Dieser letztendliche Stillstand der Umwandlung von Energie ist das thermodynamische Gleichgewicht: rien ne va plus – nichts geht mehr. Ein solches System ist also nicht mehr ohne Energie, sondern es besteht nur noch aus Anergie.

Auch Währungssysteme folgen diesen Gesetzen.

Währungssysteme übertragen begrenzte Energie-Ressourcen in unserer begrenzten Welt und müssen also als Wert-Vertreter dieser Energie-Ressourcen deren Begrenztheit ebenfalls übertragen und somit selbst über die Eigenschaft der Begrenztheit verfügen.

Währungssysteme treten in erster Linie als Guthaben (Aktiva) und Schulden (Passiva) in Erscheinung, welche zueinander immer ausgeglichen sind, da beide Zustände zwei Seiten derselben Medaille sind. Ein Guthaben für den einen ist immer auch eine Schuld eines anderen. Diese Aktiva und Passiva werden in der Regel in Form von Geld genutzt. Ob es sich dabei um Buchgeld als Forderung auf Bargeld oder um Bargeld an sich handelt, ist im Grunde unerheblich. Sinn und Zweck der Verwendung von Geld ist die Vermeidung des direkten Tausches von realen Werten für solche Fälle, in denen ein solcher Tausch durch die Verwendung von Geld erleichtert wird.

Der Wertrahmen der Guthaben und Schulden wird also von realen Werten bestimmt. Der Wertrahmen aller Guthaben und Schulden wird demnach von der Gesamtheit aller physischen und psychischen Werte bestimmt. Insoweit stellen diese realen Werte die insgesamt wandelbare Energie (Exergie) eines Währungssystems dar.

Grundlage der meisten heutigen Währungssysteme ist jedoch das Prinzip der Schöpfung von Geld aus dem Nichts durch Zentral- und Geschäftsbanken und der Erhebung von periodischem Zins und Zinseszins für dieses aus dem Nichts geschaffene Geld. Der Zins und Zinseszins für dieses Geld wiederum wird in eben jenem Geld berechnet, welches zu seiner Begleichung zunächst geschöpft werden muss – wiederum für Zins und Zinseszins.

Die Geldmenge kann auf diese Weise theoretisch bis ins Unendliche wachsen, ohne dass sie durch eine entsprechende Geldmenge beglichen werden kann, da das theoretische Guthaben immer höher als die erforderliche praktische Geldmenge ist. Das ist das eine Problem der heutigen Währungssysteme. Es ist in etwa so, als würde jemand einen buchhalterischen Anspruch auf den Andromeda-Nebel erwerben, jedoch ohne die Aussicht, diesen Wert je nutzen zu können. Was wiederum nicht bedeutet, dass diesem Jemand ein anderer Jemand nicht erfolgreich einen solchen Anspruch auf die Nutzung des Andromeda-Nebels verkaufen könnte, um damit – im Glauben an seine Eigenschaft als Eigentümer – die Raten des von ihm bewohnten Hauses an die gleiche Bank zu begleichen, der dieses Haus tatsächlich gehört.

Dadurch ergibt sich jedoch noch ein weiteres Problem, welches aus der Kopplung der Geldmenge an reale Werte entsteht, denn ohne realen Gegenwert ist jede Geldmenge wertlos. Gegenwert kann alles bilden, was dem Inhaber eines Guthabens etwas wert ist. Unabhängig jedoch, was ein solcher Gegenwert sein kann, ist er nicht unbegrenzt vorhanden, da die Erde als begrenztes physikalisches System nicht über unbegrenzte Ressourcen verfügt, welche den Gegenwert für eine theoretisch unendliche Geldmenge bilden könnten.

Ein Geldsystem, welches seine Geldmenge nicht durch Regulierung an die Menge der realen Werte anpassen kann, ist nicht nur irgendwann tatsächlich wertlos, es verstößt auch gegen die weiter oben beschriebene grundlegende Naturkonstante, den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, und führt zur irreversiblen Umwandlung von realen Werten (Exergie) in nicht mehr arbeitsfähige Anergie, indem das Geld keinen Bezug mehr zu realen Werten hat. Da auf diese Weise das Währungssystem seiner eigentlichen Funktion der Übertragung von Werten nicht mehr nachkommen kann, muss es zusammenbrechen, einfach weil es überflüssig ist.

Ein sterbendes Währungssystem

Auf die aktuelle monetäre Ebene übertragen bedeutet dies, dass das thermodynamische Gleichgewicht des Währungssystems erreicht wird, wenn der theoretische Buchwert der Geldmenge den tatsächlich möglichen Wert der Gegenwerte übersteigt. Da es sich bei der Geldmenge jedoch um eine fiktive Wertangabe in Abhängigkeit zu realen Gegenwerten handelt, kann also der tatsächliche Wert der Geldmenge im Sinne des Ersten Hauptsatzes der Thermodynamik den Wert der Gegenwerte nicht übersteigen. Im Widerspruch dazu steht jedoch die Praxis des periodischen Zinses und Zinseszinses, welcher bereits durch seine Bindung an Geld, anstatt an reale Gegenwerte, dazu führt, dass der Buchwert der Geldmenge immer höher werden kann, als der reale Wert der Gegenwerte.

Ein solches System funktioniert im Endeffekt mathematisch niemals. Praktisch funktioniert es scheinbar unter versuchter Vernachlässigung der mathematisch-physikalischen Prinzipien solange, bis alle Gegenwerte durch den Buchwert der Geldmenge verrechnet sind. Danach tritt der Zustand des thermodynamischen Gleichgewichts ein. Dass diese Tatsache den meisten nicht auffällt, da kaum jemand die Übersicht über alle realen Gegenwerte hat, ändert nichts an der Funktion der Konstanten des Ersten und Zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik.

Der Buchwert der aktuellen weltweiten (unbegrenzten) Geldmenge dürfte bereits den tatsächlichen Wert der (begrenzten) Gegenwerte bei weitem überschritten haben. Es existiert also ab Überschreitung der realen Wertgrenze mehr Geld, als die ganze Welt wert ist, und seine Menge wächst exponentiell durch ständige Neuschöpfung und den damit verbundenen periodischen Zins und Zinseszins.

Da diese Geldmenge mit (theoretischen) Guthaben, also rechtlichen Ansprüchen auf Realwerte verbunden ist, kann man sie nicht einfach verringern, ohne die damit verbundenen Guthaben ebenfalls verringern zu müssen. Hierzu kommt, dass diese Guthaben als Buchgeld auch durch den Zinseffekt sogar noch höher sind, als die dafür zur Verfügung stehende Geldmenge, welche als physisches Phänomen ebenfalls der Begrenzung unterworfen ist. Hier kommt es zum Paradoxon, dass eine physisch begrenzte Welt nicht als Gegenwert für den Buchwert theoretisch unendlicher Guthaben herhalten kann.

Daraus entsteht nun ein weiteres Problem. Das Anwachsen der Guthaben (Aktiva) führt zum gleichzeitigen Anwachsen der Schulden (Passiva), denn jedes Guthaben bedarf eines Antagonisten und dieser wird als Schuld verbucht.

Solange das Geldsystem so ist, wie es derzeit praktiziert wird, ist es durch die Naturgesetze zum Untergang verurteilt. Dieser Untergang wird jedoch in erster Linie diejenigen treffen, denen auf diese Weise alles genommen wurde, während diejenigen, die anderen alles genommen haben, sich auch nach dem von ihnen verursachten Zusammenbruch auf ihre nunmehr verringerten Guthaben berufen werden.

Ermöglicht wird dieses tatsächlich perverse, weil im Grunde völlig wertlose System weiterhin durch die aus dem Zinssystem abzuleitende Tatsache, dass Geld nicht mehr vorwiegend zum Transport realer Gegenwerte verwendet wird, sondern mehr und mehr zum eigenen Wert unabhängig von Gegenwerten wird. Jeder Einsatz von Geld zum vorwiegenden Zweck seiner Vermehrung durch sich selbst, anstatt zum Zwecke der Wertübertragung, führt wiederum zur Beschleunigung des exponentiellen Wachstums der Guthaben. Damit kann das Geld seine Aufgabe der Übertragung realer Werte nur noch eingeschränkt oder nicht mehr erfüllen.

Wenn also durch Geld der Wert von Lebensmitteln zwischen Erzeuger und Konsumenten übertragen werden kann, erfüllt das Geld seine originäre Aufgabe der Wertübertragung. Wird das Geld jedoch verwendet, um aus ihm selbst mehr Geld zu schaffen, indem es aus dem Nichts erschaffen und für periodische Zinsen und Zinseszinsen weitergegeben wird, ohne dass auch nur ein annähernder Gegenwert existiert, dann wird das Geld zur Geisel der Menschheit und vernichtet reale Werte und das Leben von Menschen und die Umwelt. Die offensichtliche Gegenwart bezeugt diese Schlussfolgerungen.

Zu dieser aktuellen Zweckentfremdung der Funktion des Geldes vom Wertüberträger zum Selbstwertobjekt tritt die Tatsache, dass die eigentlichen und durch das Geld übertragen werden sollenden tatsächlichen physischen und psychischen Werte gegenüber dem angeblichen Eigenwert des Geldes kaum noch als wertvoll empfunden werden, sofern nicht die Wahl zwischen dem Verzehr eines Bündels Banknoten oder einem Teller Suppe getroffen werden muss, wenn man überleben will.

Diese Verwendung des Geldes führt also dazu, dass sein eigentlicher Zweck der Energieumwandlung nicht mehr erfüllt wird und es – als mechanisches System betrachtet – nur noch Reibungsverluste produziert, welche von den Marktteilnehmern unter Missachtung aller physikalischen Gesetze als Gewinn betrachtet werden. Anstatt also den Reibungsverlust so gering wie möglich zu halten, wird die Reibung als Zweck favorisiert, was selbstverständlich dazu führt, dass weniger Energie in andere (als Reibungswärme) umgewandelt wird und so das thermodynamische Gleichgewicht in kürzester Zeit eintreten muss. Die Wertlosigkeit eines solchen selbstreferenziellen Geldes wird offensichtlich, wenn das Geld die Funktion des Wertes nicht mehr erfüllen kann, weil die realen Werte fehlen. Geld macht nicht satt.

Geld schmeckt nicht.

Zwar kann die Geldmenge immer weiter erhöht werden; den Guthaben stehen jedoch immer die gleiche Menge an Schulden gegenüber – hier erfüllt sich der Erste Hauptsatz der Thermodynamik, welcher auch hier immer von 100% Energie (Geld) ausgeht. Das Ende vom Lied – oder der Zustand des thermodynamischen Gleichgewichts – ist dann erreicht, wenn die Schulden von den Schuldnern nicht mehr bedient werden können bzw. keine neuen Schulden aufgenommen werden können, weil das benötigte Guthaben nicht mehr vorhanden ist, und damit auch die Guthaben der Gläubiger wertlos geworden sind, weil sie nicht mehr bedient werden können durch neue Schulden. In diesem Zustand müssten die Gläubiger, wenn sie das System weiter aufrecht erhalten wollen, bei sich selbst Schulden mit Zins und Zinseszins machen und dann feststellen, dass sie ihre eigenen Schulden sich selbst gegenüber niemals abzahlen können und ihr Guthaben letztendlich nichts mehr wert ist.

Es ist also völlig sinnlos und gefährlich für den Bestand unserer Welt, ein solches Währungssystem länger aufrecht zu erhalten. Es stirbt nicht, es ist bereits tot, und wenn wir uns nicht bald von ihm trennen, hat es uns und unsere Welt irreversibel vergiftet.

Und wenn die noch regierende deutsche Kanzlerin als promovierte Physikerin öffentlich erklärt, die Spareinlagen wären sicher, dann beweist dies nur eines: Sie hat Physik entweder nicht verstanden oder sie belügt das Volk bewusst und missbraucht so dessen Vertrauen.

Wertdeckung durch Vertrauen

Viele Kritiker meinen aus diesen Gründen, das Geld müsse wieder durch einzelne Sachwerte wertgedeckt sein, zum Beispiel durch Edelmetalle wie Gold. Dieses Argument ist recht simpel zu entkräften. Die Menge allen jemals bisher geförderten Goldes (je nach Quelle ca. 170.000 – 200.000 Tonnen) würde, wenn man seine Verarbeitung in Schmuck vernachlässigen wollte, lediglich ausreichen, um aktuell jeden Bürger auf der Welt mit ungefähr einer Feinunze Gold (ca. 31 Gramm) zu versorgen. Der gesamte Goldbesitz aller Zentralbanken beläuft sich aktuell auf nur etwa 30.750 Tonnen. Das Fazit: Es ist einfach nicht genug Gold vorhanden, um es als Wertdeckung der weltweiten Geldmenge zu nutzen. Nutzt man höherwertige Edelmetalle als Gold, reicht die Menge ebenfalls nicht; nutzt man minderwertige, entsteht wieder das Problem der mangelnden Wertdeckung. Gleiches gilt für alle anderen Formen von Werten. Allein für sich ist kein Wert tauglich zur Wertdeckung von Geld.

Aus diesen Gründen ist es unmöglich, Geld mit einzelnen Sachwerten zu decken. Seine Deckung kann also ausschließlich aus dem Vertrauen der Bürger in dieses Geld entstehen und aus der Summe aller durch diese Wertübertragungen handelbaren physischen und psychischen Werte.

Wenn ich dem (Wert-)Papier, welches ich für einen Wert bekomme, nicht vertraue, dass ich dafür wieder einen Wert erhalten kann, ist es nichts wert. Wenn ich der Bank, welche ein Guthaben auf meinem Kontoauszug vermerkt, nicht vertraue, dass ich dieses Guthaben auch nutzen kann, um Werte zu erstehen, ist es nichts wert.

Geld ist also in erster Linie eine Währung des Vertrauens. Und gerade dieses Vertrauen in Geld ist weltweit mehr als erschüttert und diese Konsequenz hat wiederum mit dessen eingangs erwähnten Merkmalen und dem Umgang mit diesen zu tun. Dies wird auch nicht verändert, sondern eher verstärkt durch den weltweiten und auch unter Anwendung von Gewalt gegen das Leben durchgesetzten Zwang zur Verwendung von Geld.

Demzufolge muss ein Währungssystem, unabhängig davon, welches Material als Wertträger dient, den Vorgaben der o.a. Naturkonstanten des Ersten und Zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik entsprechen und darf diese demnach nicht verletzen. Dazu gehört zuerst die Eigenschaft, dass alles, was etwas wert sein kann, als handelbarer Wert und als Wertdeckung von Geld dienen kann. Weiterhin darf die Schöpfung von Geld und sein Zinssystem mathematisch nicht dazu führen, dass die Geldmenge die realen Gegenwerte übersteigen muss. Denn nur so ist die Grundbedingung für das therodynamische Gleichgewicht zu vermeiden: Das isolierte System, welches keinen Energieaustausch zulässt, letztendlich nur wenig Energie umwandelt und durch hohe irreversible Reibungsverluste seine eigene wandelbare Energie erschöpft.

Ein an diesen physikalischen Konstanten orientiertes Währungssystem muss also so viel Energie wie möglich umwandeln, demnach reale Werte transportieren, und dabei Reibungsverluste als Wertverluste vermeiden. Um diese Bedingungen zu erfüllen, muss ein solches Währungssystem verhindern, dass das Geld selbst dann als Wert gilt, wenn es keinen Wert transportiert als sich selbst.

Keine physikalische Theorie, welche diese Standards verletzt, hat auch nur die Chance, ernst genommen zu werden. Weshalb sollte es mit einer Geldtheorie anders gehalten werden?

Die nachstehenden Anmerkungen entwickeln in Abhängigkeit mit der physikalischen Begrenzung unsere Erde ein deshalb (nur) halboffenes Währungssystem, welches jedoch – solange alles, was etwas wert sein kann, auch als Wert und damit als Deck- und Handelswert von Geld anerkannt wird – den insoweit reibungsarmen Austausch von Energie/Werten zulässt. Auf der Grundlage dieses Währungssystems bzw. des dem zugrunde liegenden Geldverständnisses ist der Eintritt des thermodynamischen Gleichgewichts und damit der Zusammenbruch des Währungssystems nur dann möglich, wenn die Erde selbst als Wertdeckung vernichtet wird. Und in diesem Fall bedarf es keines Geldes mehr.

Ein solches Währungssystem entspricht selbstverständlich nicht dem heutigen Verständnis bzw. Unverständnis von Geld; eliminiert jedoch einerseits die bisherigen Reibungsverluste durch wertungebundene Schöpfung sowie Zins und Zinseszins – ohne den Zins als Mehrwert und damit Anreiz zur Investition selbst abzuschaffen – und kommt andererseits dem eigentlichen Zweck von Geld, dem Transport von tatsächlichen physischen und psychischen Werten, wesentlich näher, als ein Währungssystem, welches lediglich der unkontrollierten Vermehrung von Geld und der damit einhergehenden Vernichtung von Werten dient.

In Erinnerung an das Eingangszitat können wir festhalten: Geld ist ein Geschöpf des gesellschaftlichen Konsenses; praktisch kann alles als Geld fungieren, folglich ergibt sich sein Wert aus den damit verbundenen Realwerten und das in das Geld und die Werte gesetzte Vertrauen.

VITALGELD

Name und Grundstruktur

Der Name dieses Multiwährungssystems – VITALGELD – verdeutlicht dessen Konzentration auf die eigentliche Aufgabe des Geldes: Die Gewährleistung einer Gesellschaft, deren Vitalfunktionen grundlegend in einem reibungsarmen Austausch von Energie in Form von physischen und psychischen Werten bestehen.

Geld wird hier wieder als Mittel zum Zweck verstanden und gemäß seiner Funktionen behandelt.

Das VITALGELD gliedert sich je nach Verwendungszweck in

a) die Währungsformen: VITALGELD I (Vollgeld), VITALGELD II (Grundgeld), VITALGELD III (Marktgeld) als gesetzliche Zahlungsmittel sowie VITALGELD IV (Zinsgeld) als wertgebundener Investitionsanreiz;

b) die VITALSTEUER als übersichtliches und einheitliches Steuersystem auf der Grundlage dreier überschaubarer Steuerarten.

Herkunft und Anspruch der theoretischen Grundlagen

Die theoretischen Grundlagen des Vollgeldes stammen von Joseph Huber und die des Marktgeldes von Detlev Schlichter, welche ihr jeweiliges Modell unabhängig voneinander und ohne Bezug zum jeweils anderen Modell als (alleinige) Antwort auf die Probleme des herkömmliches Währungssystems entwickelten.

Huber will die Geldschöpfung und dessen Regulierung allein dem Staat zuweisen und damit den Geschäftsbanken entziehen; Schlichter denkt den entgegengesetzten Weg und will die Geldschöpfung allen Marktteilnehmern übertragen und diesem Markt die Regulierung selbst überlassen. Jedes dieser Systeme ist für sich allein gedacht logisch, aber mit dem jeweils anderen inkompatibel, da beide die Geldschöpfung ausschließlich einer Instanz zuweisen.

Die theoretischen Grundlagen des Grund- und Zinsgeldes stammen von Ingmar Vetter. Das Grundgeld wurde als finanzierbare Alternative zum Bedingungslosen Grundeinkommen entwickelt und das Zinsgeld als Alternative zum herkömmlichen Zinssystem des periodischen Zins und Zinseszinses.

Indem das Modell des Vitalgeldes diese verschiedenen Währungssysteme zusammenführt, welche durch ihre speziellen Qualitäten unterschiedliche Anforderungen eines Währungssystems erfüllen, konnte ein Multiwährungssystem entwickelt werden, welches die Vorteile von Geld an sich gewährleistet, aber die bisher damit verbundenen Nachteile sowohl des herkömmlichen als auch des für sich alleine stehenden Vollgeldes sowie des für sich alleine stehenden Marktgeldes eliminiert.

Der Nachteil des alleinigen Vollgeldes besteht in einer Starrheit des Marktes, welcher ausschließlich von staatlichen Entscheidungen abhängig wäre, während der Nachteil des Marktgeldes als ausschließlichem Währungssystem eben darin besteht, dass der Staat keinerlei Einfluss auf die Herausgabe und Regulierung des Geldes hätte und damit völlig abhängig vom Markt wäre. Beide Systeme ändern weiterhin nichts am herkömmlichen periodischen Zins und Zinseszins und bieten somit keine Möglichkeiten, dessen negative Auswirkungen zumindest zu kompensieren oder gar vollständig zu eliminieren.

Aus diesen Gründen wurden die Vorteile der verschiedenen Währungssysteme unter Ausschluss ihrer Nachteile zu einem multifunktionalen Währungssystem verbunden.

Das Ergebnis ist ein allen Menschen dienendes Währungssystem, welches seine eigentliche Aufgabe der Wertübertragung erfüllen kann und gleichzeitig derart gravierende Unterschiede der Vermögensverteilung und die damit verbundenen Finanzkrisen wie heute vermeidet, weil es aufgrund seiner Eigenschaften nicht zulässt, dass Geld ein selbstreferenzieller Wert ohne Wertanbindung an Gegenwerte wird.

Das Vitalgeld taugt also nicht zur leistungslosen Bereicherung, sondern ausschließlich zur Gewährleistung eines gerechten Transportsystems von tatsächlichen Werten. Und dies allein ist die Aufgabe des Geldes.

Währungsreform

VITALGELD I (Vollgeld)

Zweck

Sicherstellung der ausschließlichen Gewalt über die Geldschöpfung durch den Staat.

Funktion

Voll konvertible Leitwährung unter ausschließlicher Obhut der staatlichen Zentralbank in Form von Banknoten und Münzgeld. Vollgeld gilt als gesetzliches Zahlungsmittel und als oberster Berechnungsstandard für Werte und Wertüberträger. Seine Wertdeckung wird durch das Vertrauen in den Staat und dessen Funktionen bewirkt.

Grundlagen

Die Zentralbank hat das ausschließliche Recht auf die Herstellung und Erstausgabe von Vollgeld als gesetzliches Zahlungsmittel. Die zulässige Gesamtmenge an Vollgeld errechnet sich aus der Summe der Bevölkerung und einem festzulegenden und anpassbaren Pro-Kopf-Grundbetrag.

Die Zentralbank ist berechtigt zur Ausgabe von Krediten für Vollgeld mit einem gesetzlich festzulegenden Leitzins ohne Zinseszins. Der Leitzins besteht aus einer einmaligen Gesamtzinssumme für die Zurverfügungstellung von Vollgeld .

Vorteile

Die Ausgabe, Verteilung und Kontrolle der Hauptwährung und deren Leitzins obliegt ausschließlich der nationalen Zentralbank.

Reguläre Geschäftsbanken sind an der unbegrenzten und unkontrollierten Geldschöpfung durch Giralgeld gehindert.

Das Ergebnis ist eine verlässliche und stabile sowie spekulationsfreie Hauptwährung.

VITALGELD II (Grundgeld)

Zweck

Einführung einer sanktionsfreien Grundsicherung gemäß Art. 73 Abs. 1 Nr. 4 GG (Recht über die ausschließliche Gesetzgebung über das Währungs-, Geld- und Münzwesen) zum Schutz vor Armut und zur Förderung der Wirtschaft in Höhe des gesetzlichen Pfändungsfreibetrages als Parallelwährung und gesetzliches Zahlungsmittel, welche neben der Leitwährung besteht.

Festsetzung des gesetzlichen Pfändungsfreibetrages auf zunächst 1.000 Euro. Erhöhung des Pfändungsfreibetrages bei kollektiver sozialer Erfordernis.

Funktion

Virtuelle Komplementärwährung als elektronische und nicht konvertible Temporärwährung zur Grundsicherung der Bevölkerung auf der Wertgrundlage des Vollgeldes. Grundgeld gilt als gesetzliches Zahlungsmittel im Inland und als Überträger von Werten zum physischen Überleben und zur gesellschaftlichen Teilhabe.

Das Grundgeld dient dementsprechend zum Erwerb aller für das physische Überleben und eine gesellschaftliche Teilhabe benötigten Leistungen und Waren. Darüber hinausgehende Leistungen und Waren können gesetzlich vom Handel mit Grundgeld ausgeschlossen werden.

Seine Wertdeckung wird durch das Vertrauen in den Staat und dessen Funktionen sowie durch dafür zu erbringende Arbeitsanteile bewirkt.

Grundlagen

Das Grundgeld wird von der Zentralbank als temporäre Komplementärwährung (Parallelwährung) zur Absicherung der Grundversorgung der Bevölkerung mit allem Überlebensnotwendigen herausgegeben. Es steht für Bezugsberechtigte als persönliches elektronisches Buchgeld am Anfang des laufenden Monats zur freien Verfügung und wird über eine Zahlkarte ausgegeben. Grundgeld ist weder konvertibel noch transferierbar. Guthaben verfallen am Ende des laufenden Monats. Durch seine Eigenschaften muss es für jeden Bezugsberechtigten nur einmal, wie das Vollgeld, aus dem Nichts deklariert werden und kehrt nach seiner Schöpfung und Verwendung periodisch zu jedem Bezugsberechtigten zurück.

Das Grundgeld beträgt bei Bezugsberechtigten ab der Geburt 100 Prozent der gesetzlichen Pfändungsfreigrenze für Arbeitseinkommen (oder einer analogen Bemessungsgrenze) und erhöht sich mit jedem abgeschlossenen Lebensjahr um jeweils 1 Prozent.

Bezugsberechtigt sind Staatsbürger mit Hauptwohnsitz im Inland, deren monatliches Netto-Einkommen das Zweifache der gesetzlichen Pfändungsfreigrenze für Arbeitseinkommen (oder einer analogen Bemessungsgrenze) nicht übersteigt. Es besteht keine Pflicht zum Bezug von Grundgeld.

Erwerbsfähige Bezugsberechtigte haben im Falle der Inanspruchnahme dem Staat einen Gegenwert in Form von 25 Prozent der Durchschnittsarbeitszeit zur Verfügung zu stellen. Dies kann durch gemeinnützige Arbeit oder durch die Erledigung allgemeiner öffentlicher Aufgaben geschehen.

Vorteile

Soziale Absicherung aller Bezugsberechtigten für alle grundsätzlichen Belange des Lebens.

Die Definitionen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber werden entsprechend ihren Funktionen für die Wirtschaft getauscht. Aus bisherigen Arbeitnehmern werden GEBER von Arbeitskraft und Arbeitszeit = ARBEITGEBER. Aus bisherigen Arbeitgebern werden NEHMER von Arbeitskraft und Arbeitszeit = ARBEITNEHMER.

Das Angebot von Arbeitskraft und Arbeitszeit werden somit zu Grundlagen eines gleichberechtigten Wettbewerbs gegenüber der Nachfrage von Arbeitskraft und Arbeitszeit.

Damit einher gehen eine drastische Senkung der Brutto-Lohnkosten im Vergleich zur aktuellen Situation ohne Auswirkungen auf die Bezugsberechtigten sowie eine drastische Erhöhung der Bruttolohnbezüge im Zusammenspiel mit dem Anspruch auf Grundgeld.

Dadurch kann das Angebot und die Nachfrage an Arbeitskraft und Arbeitszeit im freien Wettbewerb zwischen den Beteiligten geregelt werden ohne negative Auswirkungen auf die Lebenssituation der Bezugsberechtigen.

Der Unternehmer kann dadurch mehr Aufträge zu günstigeren Selbstkosten als derzeit vergeben.

Die Folge ist eine drastische Senkung des Preisgefüges für alle erdenklichen Wirtschaftsbereiche bei steigendem Selbstbehalt aller Beteiligten.

Das Grundgeld ist im Ergebnis die Grundlage einer tatsächlich Sozialen Marktwirtschaft.

VITALGELD III (Marktgeld)

Zweck

Sicherstellung des freien Handels mit geldwerten Zahlungsmitteln, welche kein Geld im Sinne des Vollgeldes darstellen.

Funktion

Reale Komplementärwährung durch Wertpapiere für alle handelbaren Vermögenswerte auf der Wertgrundlage des Vollgeldes. Wertpapiere auf der Basis von Marktgeld sind ausschließlich konvertibel zum Vollgeld. Marktgeld gilt als gesetzliches Zahlungsmittel und ist gemäß seiner Funktionen ein von jedem erschaffen werden könnender Wertträger für alle individuellen physischen und psychischen Werte, welche nicht direkt austauschbar sind oder durch Vollgeld oder Grundgeld gehandelt werden müssen.

Seine Wertdeckung wird durch das Vertrauen in die durch das Marktgeld vertretenen und durch es übertragenen Werte bewirkt.

Grundlagen

Das Marktgeld kann als Wertpapier aus allem entstehen, was von Wert ist, und kann von jedem erschaffen und gehandelt werden. Schöpfung, Menge, Wert und Handel dieser Wertpapiere sind der Zentralbank anzuzeigen.

Von der Zentralbank lizenzierte Handelsbanken sind berechtigt zur Ausgabe von Krediten für Marktgeld mit einem einmaligen Zinssatz, der maximal einhundert Prozent über dem gesetzlichen Leitzins liegen darf. Ein Zinseszins darf nicht erhoben werden. Die Höhe der ausgegebenen Kredite darf die Summe des Eigenkapitals und der Einlagen nicht überschreiten.

Vorteile

Der Markt kann frei wirtschaften und Gewinne erzielen, welche tatsächlich durch Angebot und Nachfrage entstehen, anstatt wie aktuell durch einen verzerrten Wettbewerb auf der Grundlage einseitiger und asozialer staatlicher Regulierung zu Lasten der Bevölkerung.

Diese Wirtschaft ist zudem nicht in der Lage, das Vollgeld als Leitwährung zu gefährden, da das Marktgeld unabhängig von dieser in Umlauf gebracht wird.

VITALGELD IV (Zinsgeld)

Zweck

Sicherstellung der gerechten und transparenten Verzinsung von Geld, Leistungen oder anderen Gegenwerten bei deren Investition.

Funktion

Einmalige Zinskonstante ohne Zinseszins für die temporäre Zurverfügungstellung von Geld, Leistungen oder anderen Gegenwerten als Leihgabe/Kredit.

Grundlagen

Vom herkömmlichen negativen Zins mit Zinseszins, welcher durch die jährliche Berechnung lediglich die Geldmenge ohne Gegenwerte unkontrolliert ansteigen lässt und zu immensen Schulden führt, welche die eigentlichen Kreditsummen unverhältnismäßig übersteigen, unterscheidet sich das Zinsgeld, indem es einerseits als einmaliger Zins erhoben wird und andererseits auch Leistungswerte (Arbeit) und andere Gegenwerte (Marktgeld) als Zins in Angebot und Nachfrage gebracht werden können. Dadurch wandelt sich der die Geldmenge und damit die Schulden unkontrolliert erhöhende rein monetäre Negativzins in einen tatsächlichen und verbrauchbaren Mehrwert schaffenden Positivzins ohne Zinseszinseffekt.

Dadurch werden bei gleichzeitiger allgemeiner Gewährleistung von sachlichem Mehrwert die Gefahr der unkontrollierten Geldvermehrung sowie die wiederum daraus entstehenden Probleme vermieden.

Muss bisher für einen Kredit über 10.000 Euro bei einer Laufzeit mit 10 Jahren und einem effektiven Jahreszins von 8 % monatlich eine Summe von 119,86 Euro und damit eine Gesamtsumme von 14.383,20 Euro erbracht werden, wobei der tatsächliche Zins also bei ca. 44% der Kreditsumme liegt, wird nach dem Modell des einmaligen Zinsgeldes bei gleicher Kreditsumme und gleichem aber einmaligem Zinssatz nur eine Gesamtsumme von 10.800 Euro berechnet – bei tatsächlich 8 % (Gesamt-)Zinsen. Der Unterschied beträgt also 800 Euro Zinsen gegenüber 4.383 Euro Zinsen. Bei der o.a. Laufzeit von 10 Jahren beträgt die monatliche Ratenzahlung nur noch 90 Euro.

Vorteile

Das Zinsprinzip wird durch dieses System in seine eigentliche Funktion zurück überführt, nämlich der Anreiz zur Investition durch Partizipation am Gewinn. Zins ist somit Gewinnbeteiligung, also Mehrwert.

Das Zinsgeld verhindert jedoch die Vernichtung der Schaffung von Mehrwert durch unkontrolliertes Zinswachstum, welches aktuell in der Regel die Investition übersteigt.

Weiterhin wird das Zinsprinzip auf alle Formen der Investition angewandt und nicht ausschließlich auf finanzielle.

Ingmar Vetter

AUTOR: Ingmar Vetter

PRAKTIZIERENDER BUDDHIST, SOZIALER KÜNSTLER, POLITISCHER AKTIVIST

Mitbegründer der Grundrechtestiftung

8 Gedanken zu “Vitalgeld

  1. Deutschland muss wieder die Hoheit über seine Währung bekommen und auf dieser Grundlage einen Währungsfluss garantieren, welcher allen am Währungskreislauf beteiligten Grundrechtsträgern ein Leben in Würde, also eine soziale und demokratische Teilhabe garantiert und ermöglicht….

    ein Leben in Würde, also eine soziale und demokratische Teilhabe garantiert und ermöglicht….das sage man einem „Sklaventreiber“ alter Prägung… der lacht sich höchstens krank, der kapiert es erst dann wenn es ihm selber so geht!
    nun mal etwas anderes: Vor einiger zeit hieß es in den Medien das in ca 60 Jahren alle bis jetzt noch fruchtbaren Äcker durch „Über nutzung“ unfruchtbar werden. Schon lange vorher wird sich das durch knapper werdende Angebote an genießbarer Nahrung
    ankündigen. Was hat unter solchen Umständen dann überhaupt noch einen Wert?

    • Was hat unter solchen Umständen dann überhaupt noch einen Wert?

      Wir müssen die Vernichtung der Existenzgrundlagen der Menschen stoppen oder werden als Menschen untergehen. So einfach ist das.

  2. Wertdeckung durch Vertrauen……..

    dem kann ich nicht zustimmen, denn unser Vertrauen wurde schon zu oft mißbraucht. Darüberhinaus zeigt die Geschichte das genau das die Schwachstelle ist. Über Wert und Unwert nachgedacht komme ich zu dem Schluss das zunächst nur etwas Wert ist, was man auch wirklich braucht, und zudem auch meinen Qualitätsanforderungen entspricht, bei materiellen Dingen – den größten Wert neben Nahrung und Kleidung hat für mich allerdings der Faktor Zeit.

    Um auf das Tauschmittel Geld zurück zu kommen: Das was ich dafür bekomme, oder das was ich dafür geben muss, muss sich im Material und Zeitaufwand seiner Herstellung widerspiegeln, und sollte möglichst gleichbleibend feststehend sein, so das man sich darauf einrichten kann. Das schafft Sicherheit und Vertrauen.

    Um das zu erreichen müsste das gesamte Wirtschaftssystem umgekrempelt werden: Z. B. keine Spekulationen irgendwelcher Art, und keine Zinsen mehr, das wären schon einmal die Grundbedingungen.

    • Wertdeckung durch Vertrauen … dem kann ich nicht zustimmen, denn unser Vertrauen wurde schon zu oft mißbraucht. Darüberhinaus zeigt die Geschichte das genau das die Schwachstelle ist.

      Es existiert faktisch kein Geld mehr, welches nicht auf Vertrauen beruht, da – wie im Beitrag festgestellt – kein materieller Wert allein das Geldsystem decken kann. Jeder der z.B. Miete zahlt oder etwas zu Essen kauft, vertraut dem nicht materiellen Wert des Geldes.

      Und ja, Vertrauen kann missbraucht werden. Aber auch Gold und anderer materiellen Werte werden missbraucht. Auch Messer und Fortbewegungsmittel werden missbraucht; trotzdem legen wir unser Vertrauen in die Funktionen von Messern und Fortbewegungsmitteln nicht aus diesem Grunde ab.

      Über Wert und Unwert nachgedacht komme ich zu dem Schluss das zunächst nur etwas Wert ist, was man auch wirklich braucht, und zudem auch meinen Qualitätsanforderungen entspricht, bei materiellen Dingen – den größten Wert neben Nahrung und Kleidung hat für mich allerdings der Faktor Zeit.

      Das ist dargelegt im Abschnitt über das Marktgeld.

      Um auf das Tauschmittel Geld zurück zu kommen: Das was ich dafür bekomme, oder das was ich dafür geben muss, muss sich im Material und Zeitaufwand seiner Herstellung widerspiegeln, und sollte möglichst gleichbleibend feststehend sein, so das man sich darauf einrichten kann. Das schafft Sicherheit und Vertrauen.

      Auch hier nochmals: Keine Währung dieser Erde stützt ihren Wert vollständig auf materielle Gegenwerte, weil keiner dieser materiellen Gegenwerte ausreichend ist zur Deckung der Geldmenge.

      Um das zu erreichen müsste das gesamte Wirtschaftssystem umgekrempelt werden: Z. B. keine Spekulationen irgendwelcher Art, und keine Zinsen mehr, das wären schon einmal die Grundbedingungen.

      Das ist im Allgemeinen im Beitrag und zum Thema Zins im Speziellen im Abschnitt Zinsgeld beschrieben.

      Unsere Empfehlung: Es wäre wirklich hilfreich, sich (auch wissenschaftlich) eingehend mit dem Thema Geldschöpfung zu befassen. Eine rein intuitive Bewertung des Themas nützt nicht sehr viel, wenn sie grundlegende Funktionen des Geldes ausblendet und auf bloßem Wünschen beruht.

  3. Vielen Dank für diese sehr interessante Abhandlung – das „liebe GELD“ ist ein hochkomplexes Thema – und m.E. tatsächlich das grundlegende Übel der gesamten Menschheitsgeschichte, für die es dringend eine nationale und globale Lösung geben muss…. Ein solches „MULTI-WÄHRUNGS-SYSTEM“ scheint mir auf jeden Fall der richtige und zwingend NOT-WENDIGE Weg zu sein. Diesen Weg zu gehen, sollte in kleinen Kommunen und Gemeinden angefangen werden – so, wie es ja auch schon ähnlich in einzelnen Tauschbörsen sowie in kleinen Städten praktiziert wird.
  4. Aus diesen Gründen ist es unmöglich, Geld mit einzelnen Sachwerten zu decken. Seine Deckung kann also ausschließlich aus dem Vertrauen der Bürger in dieses Geld entstehen und aus der Summe aller durch diese Wertübertragungen handelbaren physischen und psychischen Werte.

    Das halte ich für Schwach, weil dann wieder das eintritt was zum Zusammenbruch führte. Das verführt die Gierigen dazu die alten Fehler wieder zu machen.
     Es iost zwar richtig dem Geld einen Wert zuzuweisen, doch darf dieser nicht willkürlich sein.
    Wenn der  Wert für eine bestimmte Summe Geld immer der gleiche ist und bleibt, dann könnte es reell werden.
    Man müsste also eine bestimmte Leistung in einer bestimmten Zeit für eine bestimmte Summe Geld festlegen, und zwar so das ein jeder der an der Produktion von Gütern beteiligt ist, es auch schafft sich selber zu ernähren.
    Geld für sich arbeiten zu lassen wie es bisher gemacht wurde, ist eine Perversität die es nicht geben dürfte, Nur dadurch konnte das System überhaupt so entarten.
    Was tut so ein „Bankster“ überhaupt?  Ich sage : nur kontraproduktives! und dafür lässt es der sich wohl ergehen, während anderen der _Schweiß den Rücken hinunterläft, und diese dennoch hungrig bleiben.
    In der Geldeinheit muss sich die Leistung und die dafür aufgewendete Zeit  wiederspiegeln, und das unabänderlich!

    • Aber an der Wertdeckung durch Vertrauen in das Zahlungsmittel kommen wir auch derzeit nicht vorbei, da es durch keine realen Werte gedeckt ist. Das ist also keine Zukunftsmusik, sondern heute bereits Bestandteil jedes Geldes ohne Wertdeckung, welche, wie dargestellt, am Ende unmöglich ist.

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