Eine simple Frage zur Organspende und zum Hirntod

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Sind Hirntod und Tod identisch?

Die Feststellung des als Hirntod bezeichneten Zustandes ist in Deutschland und weiten Teilen der Welt die gesetzliche Voraussetzung für eine Organentnahme, die Explantation, zur späteren Transplantation des Organs in einen anderen Menschen, genannt Organspende.

Zur Überprüfung, ob es sich beim Hirntod, wie oft von Organspendern und ihren Angehörigen und auch allgemein angenommen, tatsächlich um den klassischen, also allgemein akzeptierten, wirklichen und echten Tod eines Menschen handelt, muss ganz einfach die Frage gestellt werden:

Können einer durch einen Totenschein urkundlich beglaubigten Leiche Organe zum Zwecke ihrer Verwendung für eine Transplantation entnommen werden?

Die Antwort eines Mediziners wird lauten: Nein.

Demzufolge ist der als Hirntod bezeichnete Zustand eines Menschen kein durch eine Leichenschau mittels Sterbeurkunde festgestellter Zustand des Todes und damit ist dieser Mensch nicht tot. Er mag ohne fremde Hilfe nicht (mehr) überlebensfähig sein, aber das ist ein Embryo und sind viele andere Menschen auch nicht.

Diese Tatsachen sollten also jedem Organspender und auch dessen Angehörigen klar sein.

Ingmar Vetter

AUTOR: Ingmar Vetter

PRAKTIZIERENDER BUDDHIST, SOZIALER KÜNSTLER, POLITISCHER AKTIVIST

Mitbegründer der Grundrechtestiftung

2 Gedanken zu “Eine simple Frage zur Organspende und zum Hirntod

  1. Hallo Herr Vetter,

    genau so, wie von Ihnen dargestellt,  ist es : Der Mensch ist beim Hirntod nicht tot.

    Ich fühle mit den Menschen mit. denen nur eine Organspende helfen kann. Jedoch den Altruismus soweit zu treiben, Organe eines nicht toten Menschen zu entnehmen und zu transplantieren, ist eine Abscheulichkeit und ein Verbrechen.

    Ich sehe in diesem Kontext mehr ökonomische Gesichtspunkte als background, kann es aber nicht beweisen.

    In buddhistisch geprägten Ländern wird der Leichnam, also der tote Mensch, mehrere Tage in Ruhe gelassen, bevor er der Verbrennung zugeführt wird. Diese Regel gilt seit Jahrtausenden und hat ihren guten Grund.

    • Weil man im Buddhismus davon ausgeht, dass das Bewusstsein ca. 3-4 Tage braucht, um sich vom Körper zu lösen. Im heute wissenschaftlichen Sinne ist das nicht beweisbar, aber auch nicht gegenbeweisbar. Demnach muss diese Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Auch in christlichen Ländern war und ist heute noch die Aufbahrung üblich.

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