Die deutschen Revolutionen

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Landläufig ist der Durchschnittsdeutsche, ebenso wie sein Beobachter im Ausland, der Ansicht, der Durchschnittsdeutsche sei zu faul für Revolutionen. Diese Annahme ist falsch, wenn auch zuzugeben ist, dass der Durchschnittsdeutsche in der Regel keine Lust auf Revolutionen hat, auch weil jede Revolution die Gefahr in sich birgt, dass sie andere Ergebnisse bringt, als der dann doch irgendwann auf die Straße gehende Deutsche sich erhofft oder erträumt hat.

Dass diese Annahme, der Durchschnittsdeutsche sei zu faul für Revolutionen, grundlegend falsch ist, wird belegt durch einen kurzen Blick auf die heute als Große Revolutionen in Deutschland anerkannten gesellschaftlichen Umbrüche der letzten 170 Jahre.

  1. Als erste Deutsche Revolution kann die Märzrevolution von 1848/1849 gelten. Ihr Ziel war die Schaffung einer Republik. Nähere Hinweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Revolution_1848/1849.
  2. Die zweite Deutsche Revolution war die Novemberrevolution von 1918/19. Sie führte in der Endphase des Ersten Weltkrieges zum Sturz der Monarchie im Deutschen Reich und zu dessen Umwandlung in eine parlamentarische Demokratie, die Weimarer Republik. Nähere Hinweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberrevolution.
  3. Die dritte Deutsche Revolution war die unter Ausschaltung des Parlaments erfolgte Revolution der Nationalsozialisten im Jahre 1933 mit dem Ziel der Abschaffung der Republik durch die Installation einer – heute noch vielen Demokratiefeinden in- und außerhalb der öffentlichen Gewalten liebenswert erscheinenden – Autokratie von Hitlers Gnaden. Nähere Hinweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Machtergreifung.
  4. Die vierte Deutsche Revolution war der als Deutsche Wende oder auch friedliche Revolution bezeichnete Untergang der Deutschen Demokratischen Republik im Jahre 1989 mit dem Ziel der Abschaffung der Diktatur des »Proletariats«, welche hauptsächlich geschaffen wurde durch eine Gruppe von nicht arbeitenden Politikern, die mit Drohung und Anwendung von Gewalt das Volk an der freien Selbstbestimmung hindern wollten. Nähere Hinweise: https://de.wikipedia.org/wiki/Wende_und_friedliche_Revolution_in_der_DDR.
Allein in den letzten 170 Jahren haben also vier heute als Revolutionen bezeichnete gesellschaftliche Umbrüche Deutschland gravierend verändert und die jeweils herrschende Klasse hinweggefegt.

Die längste Phase zwischen zwei Revolutionen lag zwischen 1848 und 1918, also 70 Jahre, während die kürzeste Phase, nämlich 15 Jahre, zwischen der Novemberrevolution von 1918 und der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten im Jahre 1933 lag, welche 12 Jahre dauerte, während die Diktatur des »Proletariats« in der Deutschen Demokratischen Republik ganze 40 Jahre hielt.

Im Durchschnitt ist demnach alle 42,5 Jahre mit einer Revolution in Deutschland zu rechnen. Die letzte Revolution, die Deutsche Wende, liegt nunmehr 30 Jahre zurück.

All diesen Revolutionen ist ein gemeinsames Merkmal zu eigen: Wenn eine zahlenmäßig eher kleine, aber fest entschlossene Gruppe von Menschen sich der öffentlichen Ordnung entgegenstellt, gleich aus welchen Gründen, und sich eine signifikante Menge der öffentlichen Meinung hinter diese Gruppe stellt und damit ihr Einverständnis zur Außerkraftsetzung der öffentlichen Ordnung bekundet, besteht für die Wahrer der öffentlichen Ordnung, unabhängig von den Grundlagen dieser Ordnung, keine Chance auf eine erfolgreiche Niederschlagung des Aufstandes – ganz einfach aus dem Grunde, dass es unmöglich ist, einen signifikant großen Bestandteil des Volkes physisch auszulöschen, ohne Gefahr zu laufen, dass die Verursacher der Niederschlagung selbst um ihr Leben fürchten müssen.

Wenn nur 10.000 Menschen entschlossen in Richtung Regierung marschieren mit dem Ziel der Veränderung der öffentlichen Ordnung, dann stehen dieser Regierung exakt zwei Alternativen zur Auswahl: Entweder sie droht, diese 10.000 Menschen physisch unter Einsatz von Waffen vernichten zu lassen und ist auch bereit zum entsprechenden Befehl, oder die öffentliche Ordnung ändert sich. Und spätestens dann, wenn sich ein signifikanter Anteil der bisher schießbereiten Damen und Herren dem Schießbefehl widersetzt, ist die Regierung am Ende.

Die Stärke einer jeden Regierung zur Unterdrückung des Willens des Volkes bemisst sich allein an der Bereitschaft von Nichtregierungsmitgliedern zur massenhaften Tötung anderer Nichtregierungsmitglieder im Auftrag der Regierung.

Die einzige Chance einer jeden Regierung zur Verhinderung eines Aufstandes ist die Schaffung einer öffentlichen Ordnung, welche auf Dauer jeder Minderheit die ihr zustehenden Freiheiten garantiert und dieser somit keinen Anlass zum Aufstand, sondern Anlass zur Verteidigung der Regierung gibt. Ohne die Verteidigungsbereitschaft dieser Minderheiten ist jede Regierung verloren.

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass jede Freiheitsbeschränkung einer Minderheit spätestens dann zu deren Aufstand führt, wenn der Bereich der persönlichen Freiheiten einer signifikanten Minderheit ihrer Angehörigen so gering geworden ist und der verbleibenden Mehrheit als ausreichend gefährdet erscheint, dass selbst die Möglichkeit der Niederschlagung eines Aufstandes und die damit verbundene physische Auslöschung mehr Freiheit oder auch nur die Beendigung der Unfreiheit verspricht als der Status quo.

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Unternehmen wir im Folgenden den Versuch der Quantifizierung der zu einer Revolution benötigten Anzahl von aktiven Teilnehmern bzw. sich einem Aufstand nicht aktiv entgegenstellenden Beobachtern:

An der letzten Bundestagswahl im Jahre 2017 nahmen, ausgehend von ca. 62 Millionen Wahlberechtigten von ca. 82 Millionen Einwohnern, ca. 47,25 Millionen Wahlberechtigte teil. Damit liegt der Anteil der Wähler zur letzten Bundestagswahl bei etwas über 50 Prozent der Bevölkerung.

Die dabei stärkste Partei war die CDU mit 26,8 Prozent der Stimmen der teilnehmenden Wahlberechtigten. Damit bestimmten 12,66 Millionen gegen 49,34 Millionen Wahlberechtigte den politischen Status quo bis zur nächsten Bundestagswahl. Dies sind insgesamt 15 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland.

Bereits die Anzahl der in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen liegt aktuell bei 19 Prozent und übersteigt damit die Zahl der Wähler der CDU und auch die Anzahl der Bewohner der sogenannten neuen Bundesländer.

Ausgehend von den aktuellen Verhältnissen in Deutschland und dem den politischen Status quo bestimmenden Wahlverhältnissen, ist demnach festzustellen, dass eine Minderheit von 15 Prozent der Bevölkerung ausreichend ist zur Bestimmung der Politik und damit der Ausrichtung der öffentlichen Ordnung für den Rest der Bevölkerung.

Rechnet man diese Ergebnisse auf die 299 einzelnen Wahlkreise der letzten Bundestagswahl herunter, verfügt jeder dieser Wahlkreise über ca. 207.000 Wahlberechtigte bzw. ca. 274.247 Einwohner.

Wenn die oben errechnete Minderheit von 15 Prozent der Bevölkerung bzw. ca. 12,5 Millionen Einwohner auf diese 299 Wahlkreise aufgeteilt wird, so reicht es zur Festlegung der zukünftigen politischen Ordnung aus, wenn sich pro Wahlkreis ca. 42.000 Einwohner organisieren mit dem festen Ziel der Veränderung der öffentlichen Ordnung.

Eine solche Organisation des Widerstandes wiederum findet nicht erst dann statt, wenn sich 42.000 Einwohner eines Wahlkreises als homogene Gruppe organisiert – und ordnungsgemäß angemeldet – haben, sondern bereits dann, wenn wiederum von diesen nur 15 Prozent die nötige Vorarbeit der Information als Keimzelle des Widerstandes erledigen und der Rest sich den Bestrebungen nicht aktiv entgegenstellt. Als Beleg können auch hier die o.a. Revolutionen dienen, denn diese wurden, außer von einer überschaubaren Anzahl von Initiatoren, zu einem sehr bestimmenden Teil auch durch diejenigen ermöglicht, welche sich den Bestrebungen nicht aktiv entgegengestellt haben. Und die Anzahl derer ist, im Gegensatz zu den Möglichkeiten der aktiven Beobachtung und Beeinflussung der aktiven Widerständler, nicht wirklich überschaubar oder verifizierbar und von daher absolut nicht zu kalkulieren.

Um also eine kommende Revolution seitens der Regierung als nicht im Bereich des Möglichen zu prognostizieren, genügt nicht der Verweis auf eine zahlenmäßig den Widerständlern überlegene Gruppe von nicht aktiv Teilnehmenden, frei nach dem Motto: »Das sind nur eine Handvoll Spinner und der Rest hält (hoffentlich) still …«. Gerade den geheimen Sympathisanten dürfte im Falle der ersten aktiven Widerstandshandlungen ein nicht zu unterschätzender Einfluss unterstellt werden. Und jede Revolution hatte viele Jahre Vorlaufzeit.

Ausgehend von diesen – zugegeben – Spekulationen auf der Grundlage empirischer Zahlen, ist die weit verbreitete Annahme, die Deutschen wären kein Volk von Revolutionären, nicht haltbar. Im Gegenteil wurden von diesen Revolutionen die Wahrer der öffentlichen Ordnung immer wieder überrascht, was ein untrüglichen Zeichen dafür ist, dass sie zumindest in diesen Phasen den Kontakt zum Volk und damit dessen tatsächliche Kontrolle entweder verloren hatten oder nie darüber verfügten.

Ein wichtiger Hinweis auf die Richtigkeit der letzten Aussage ist die Tatsache, dass die letzte Große Deutsche Revolution, die sogenannte Wende, welche ebenfalls von einer zahlenmäßig absoluten Minderheit initiiert worden ist, heute in kaum noch einer Weise geeignet scheint, bei der herrschenden Klasse zumindest ein Unwohlsein hervorzurufen, was wiederum ihren Irrglauben fördert, Revolutionen würden nur der Vergangenheit angehören und so etwas wie 1989 könne nur Erich Honecker und Konsorten oder ganz weit woanders passieren.

Statistisch ist in Deutschland im Laufe der nächsten 10-15 Jahre eine nächste Revolution – wie immer mit ungewissem Ausgang – zu erwarten und tatsächlich mehren sich die Zeichen, dass der Großteil der deutschen Bevölkerung keine Lust mehr hat, sich dem politischen Status quo und der damit verbundenen öffentlichen Ordnung zu unterwerfen.

Erkennbar ist der Drang der herrschenden Klasse zur Verharmlosung vergangener Revolutionen aufgrund des zeitlichen Abstands zu ihrem Beginn, anstatt des Dranges zum Bewusstsein der Wahrscheinlichkeit des Eintritts einer zukünftigen Revolution aufgrund der offenkundigen Ablaufs der statistischen Spanne der Zeit zwischen Revolutionen.

Und das Problem der deutschen Herrscher und Regierungen war und ist immer dasselbe: Wer gegen Minderheiten und letztendlich gegen das Volk regiert, negiert dessen Willen und nimmt sich so selbst die Möglichkeit, dessen Stimmungen und Absichten im Krisenfall einigermaßen zweifelsfrei zu ergründen. Wer lügt, kann nicht mit der Wahrheit und Unterstützung rechnen. Da helfen auch keine Geheimdienste und bewaffneten Einheiten, wie wir aus unserer deutschen Vergangenheit wissen.

DAS VOLK KANN MAN NUR DANN IN SCHACH HALTEN, WENN ES MITSPIELT.

Der politische Status quo ist in Deutschland – trotz eindringlicher Diskreditierung jedes ernstzunehmenden politischen Widerstands – aufgrund der sich zuspitzenden Entfernung der Herrschenden von den Beherrschten oder gerade weil dieser Unterschied im Gegensatz zum Diktat des Grundgesetzes zur alleinigen Herrschaft des Volkes willkürlich geschaffen und erhalten wird, sehr fragil und die diesen mehr und nachhaltiger in Frage und Abrede stellenden wachsenden Teile der Bevölkerung sind zum Einen noch unorganisiert bzw. organisieren sich noch nach dem Willen derer, gegen die sich sich wenden wollen, und zum Anderen noch nicht in der Mehrheit bereit, ihre blechernen Käfige zu verlassen.

Sich jedoch allein auf die Hoffnung verlassen zu wollen, dass es schon nicht so schlimm werden wird, wie es für die direkt herrschende Klasse bisher immer geworden war, zeugt weder von historischem Bewusstsein noch von politischer Weitsicht und schon gar nicht vom politischen Willen der herrschenden Klasse zur aktiven Beteiligung und Mitwirkung des deutschen Volkes an der Innen- und Außenpolitik im Sinne des Grundgesetzes, welches eben diese aktive Beteiligung und Mitwirkung des Volkes allein zu dessen Wohle garantiert, während es von der politischen Elite nicht offiziell außer Kraft, aber faktisch außer Funktion gesetzt wird.

Das eben ist der Fluch der bösen Tat, Daß sie, fortzeugend, immer Böses muß gebären. Friedrich von Schiller

Ingmar Vetter

AUTOR: Ingmar Vetter

PRAKTIZIERENDER BUDDHIST, SOZIALER KÜNSTLER, POLITISCHER AKTIVIST

Mitbegründer der Grundrechtestiftung

14 Gedanken zu “Die deutschen Revolutionen

  1. Wie geschichtliche Revolutionen entstanden sind oder ob der Durchschnittsdeutsche zu faul für Revolutionen sei, mögen interessante Themen sein. Ich frage mich allerdings, wie uns das bei der notwendigen politischen Veränderung wirklich helfen kann? Ob geschichtliche Veränderungen als Umbruch oder als Revolution betrachtet werden kann, scheint m.E. ebenso wenig diesem Ziel zu dienen. Ein Analyse der notwendigen Voraussetzungen für eine politische Veränderung muss sich aus meiner Sicht mehr an den aktuellen Gegebenheiten orientieren. Da sehe ich zwei wichtige Säulen der Voraussetzungen für eine politische Veränderung: Leidensdruck und Information. Solange es den meisten Menschen nicht direkt betrifft und es ihnen subjektiv noch gutgeht, sie also noch etwas zu verlieren haben, fehlt die Bereitschaft Risiken einzugehen. Wenn die Bereitschaft direkt oder indirekt sich gegen ein Unrechtssystem zu erheben gegeben ist, bedarf es einer umfassenden Information über das, was wirklich passiert und wie man es ändern kann. Was wie wir wissen durch die politisch gesteuerten Mainstream Medien verhindert wird. Dieses Prinzip wird auch von den politischen Marionetten der Finanzeliten angewendet. Sie manipulieren einerseits die Informationen durch die Medien, die sie trotz gegenteiliger Beteuerungen kontrollieren, und suggerieren damit, dass es keine Alternative zum Unrecht gibt. Natürlich verwenden sie nicht Begriffe wie Unrecht und lassen sich sogar das Unrecht von den Gerichten rechtlich legalisieren. Andererseits sorgen sie dafür, dass es den Menschen mit Hilfe minimaler Sozialsysteme nie so schlecht geht, dass der Leidensdruck zu groß wird und eine Revolution entsteht. Da dieses System wahrscheinlich irgendwann nicht mehr funktioniert, weil die zunehmenden Massen an (auch immigrierten) Menschen bald nicht mehr ausreichend zu versorgen sind und damit die Voraussetzung für eine Revolution entsteht, wissen auch die Finanzeliten und bereiten sich bereits darauf vor. Aber das ist ein anderes Thema. Ich möchte meinen Beitrag als Anregung zur Diskussion verstanden wissen und nicht als unumstößliches Wissen.
  2. Sehr geehrtes Team der Grundrechtestiftung,

    ich habe mit großem Interesse Ihren aktuellen Artikel „Die deutschen Revolutionen“ gelesen und stimme Ihnen hier zu. Leider muss ich jedoch auch ernüchternd feststellen, dass die Propaganda-Medien hier gerne einen Strich durch die Rechnung machen. Einige ehemalige Freunde/Arbeitskollegen aus meinem Umfeld sich vor einigen Jahren bereits einer Revolutions-Bewegung angeschlossen, die friedlich versucht einzelne Gemeinden wieder in eine echte, demokratische Gemeinde umzuformen. Für deutsche Behörden sind diese Menschen weitläufig unter dem Begriff „Reichsbürger“ bekannt.

    Ich persönlich zähle mich nicht zu dieser Bewegung – einfach aus dem Grund, dass ich nicht vollends überzeugt war, dass dies der Weg ist der uns (das Volk) tatsächlich zu befreien vermag. Dies hat im übrigen nichts mit der üblichen Kritik um das Jahr 1914 zu tun, weshalb die Reichsbürger auch gerne in die Neo-Nazi ecke geschoben werden. Dies hat den Hintergrund, dass diese Bewegung (die sich im übrigen selbst keinesfalls als „Reichsbürger“ benennt oder sieht), versucht den noch intakten Rechtskreis vor der Machtergreifung(!) Adolf Hiltlers zu reaktivieren, da alles danach wohl als verbrannte Erde betrachtet werden kann aus der kein neuer Keim für eine richtige freue vom Volk bestimmten Demokratie entstehen kann.

    Eben diese „Bewegung“ wird von den deutschen Medien fast tag-täglich mit dem Slang „Reichsbürger“ und zum Teil haarsträubenden „Berichten“ über angeblichen Reichsbürger-Terrorismus angereichert um Menschen dazu zu bringen alle die auch nur im entferntesten „dazu gehören könnten“ auf das übelste zu Diffamieren und gesellschaftlich abzugrenzen (=bürgerlicher Tod).

    Ich habe nach wie vor lockeren Kontakt zu einigen dieser Menschen und stehe im Austausch – ohne „dazu“ zu gehören. Ich kann guten Gewissens sagen das keiner dieser angeblichen „Reichsbürger“ vor hat mit Waffengewalt vor hat ein neues Hitler-Reich zu errichten! Eher das Gegenteil ist der Fall. Nichts desto trotz kann es natürlich auch „Querulanten“ geben in dieser Bewegung, die dies etwas gröber angehen wollen oder die schlicht einfach von staatlicher Seite dieser Bewegung zugerechnet (oder dazu erfunden) werden.

    Nichts desto trotz wehre auch ich mich seit Jahren gegen den Rundfunkbeitrag und Verletzung meiner Menschenwürde und Grundrechte, die unsere aktuell gültigen Gesetze uns ja eigentlich schon verbrieft garantieren; jedoch tag-täglich von Gerichten missachtet und verwehrt werden.

    • „Für deutsche Behörden sind diese Menschen weitläufig unter dem Begriff „Reichsbürger“ bekannt.“
      Leider sind alle heutigen „deutschen Behörden“ zum einen Firmen (es gab vor 2, 3 Jahren sogar mal ein Urteil – habe die Details jetzt nicht mehr im Kopf – wo das Gericht festgstellt hat [was ich mutig finde, denn auch diese Richter werden von Politikern eingesetzt], daß das JobCenter in seiner Funktion zwar die Aufgaben einer Behörde erfüllt, in seiner Struktur und allein vom Namen her klar zu erkennen ist, daß es keine ursächlich deutsche Behörde ist, weil das Wort alleine, JobCenter, nicht Deutsch sind) und zum anderen aus dem Bestungsstatut heraus entstanden ist.
      Wir hatten 1990 die Chance, Art. 146 GG unzusetzen. Es ist nicht geschehen.
      Eine Wieder-Vereinigung zwischen der BRD und der DDR war praktisch unmöglich, weil die BRD (genauso wie die DDR) erst nach dem 2. WK entstand … und wie Carlo Schmitt zur Einführung desselben sagte, ging es nicht darum, einen neuen Staat zu erreichten.
      Dazu kommt, interessanter Weise, daß die BRD nach wie vor die Staatsangehörigkeit benutzt, die, wenn wir der Geschichtsschreibung glauben wollen, Adolf Hitler eingeführt hat.
  3. Danke, für diesen interessanten Überblick. Allerdings habe ich gelesen, dass die „Revolution“ zum Berliner Mauerfall in Wirklichkeit und in letzter Instanz nicht durch die seit 40 Jahren kämpfenden Menschen erreicht wurde – sondern hauptsächlich nur stattfinden konnte aufgrund u.a. der finanziellen Pleite-Lage der DDR sowie der von höchsten Politiker-Kreisen gewollten, geplanten und umgesetzten Strategie zur Zusammenlegung der Länder. Also lag die tatsächliche Veränderung letztendlich nur in der Macht der höchsten, regierenden Drahtzieher und seiner Hintermänner. Will heißen: erst wenn es den „Mächtigen“ paralell zu ihrer STRATEGIE in den Plan passt – geschieht die scheinbare „Revolution“ zur Veränderung…! Man sieht ja auch am Beispiel der DDR und BRD Zusammenlegung, dass sich seitdem die Situation danach für das gesamte Volk hauptsächlich massiv verschlechtert hat („Schere zwischen Arm und Reich“) – und gleichzeitig nach wie vor mit höchst kriminellen Handlangern der Finanz- und Wirtschaftselite an der Spitze der Regierung!
  4. Sehr gute Analyse.

    Ich sehe es ähnlich. In Deutschland wird es höchste Zeit, das aktuelle Regime ins Gefängnis zu verfrachten.

    Ich sehe das Problem bei der Polizei und dem Militär, welches bei einer sich anbahnenden Revolution eingesetzt wird (Gelbwesten). Eine  Revolution ohne Kampfeinsatz der revoltierenden Minderheit ist in Deutschland (leider)  nicht denkbar.

     

     

    • Eine Revolution ohne Kampfeinsatz der revoltierenden Minderheit ist in Deutschland (leider) nicht denkbar.

      Der Gegenbeweis ist durch die sogenannte Deutsche Wende angetreten. Es geht also auch ohne Kampfeinsatz.

    • Allerdings besteht dieses Regime, liebe/r [?] Lemmy, das Du beschreibst, aus Marionetten. Niemand – und in der BRD schon gar nicht – in einer „Regierung“ kann machen, was er/sie will. Das wird von Menschen bestimmt, die nicht gewählt werden können.
      • Mir schwebt eine andere „Lebensform“ in Deutschland vor.

        Wir brauchen kein Top-Down-Prinzip a la „oben befiehlt und unten wird gehorcht und ausgeführt“. Das gibt nur Ärger und Krieg wie man heutzutage betreffs USA_NATO_EU_Merkelland vs. Russland wieder sieht.

        Jeder/Jede kann sich selbst verwalten. Auch anwendbar auf bestimmte Gemeinschaften. Die Menschen sind zu 99,99 % friedlich gestimmt. Ärger machen nur die Politiker und Bonzen.

        Ich weiß, es stellen sich dann fragen wie Finanzierung, Versorgung mit Lebensmitteln usw. usf.

        Aber der Mensch weiß selbst am Besten, was gut für ihn ist. Er braucht keinen Politiker, der ihm sagt, wo es langgehen soll.

          • Tja, gute Frage.

            Ich mach mir Gedanken darüber (das ist noch nicht ausgereift). In dieser Richtung muss es aber gehen. Alles Andere wären wieder Herrschaftsverhältnisse, denen ich die Friedensfähigkeit und Solidarität abspreche.

            Ich melde mich wieder.

          • Da bin ich wieder,

            ehrlich gesagt: Ich finde keine praktikable Lösung einer Selbstverwaltung.

            Es wird wohl auf die fast komplette Vernichtung bestehender Strukturen und die Neuorganisation menschlichen Zusammenlebens (wie auch immer) hinauslaufen.

            Zur o.a. Deutschen Wende: Sicher, dieses Argument zählt. Jedoch wenn bedacht wird, wie danach kapitalistische Herrschaftsstrukturen oktroyiert  wurden…

          • … wie danach kapitalistische Herrschaftsstrukturen oktroyiert wurden …

            Heute klingt diese Feststellung nachvollziehbar. Vor 30 Jahren dachten die meisten von der Wende überraschten DDR-Bürger noch, die Banane heile alle Wunden.

            Mit »oktroyiert« werden Maßnahmen bezeichnet, die aufgezwungen werden. In diesem Sinne kann man überhaupt nicht davon reden, dass den Bürgern der DDR 1989 und 1990 seitens der BRD etwas aufgezwungen worden wäre. Ganz im Gegenteil wurden die wenigen Stimmen, welche eine ausschließlich innerstaatliche Änderung anmahnten, geradezu als von Verrätern stammend angesehen, und im Taumel zukünftiger Intershoppinglaune lauthals übertönt mit den Ruf »Wir sind das Volk« – ohne die BRD-Bevölkerung zu fragen, ob sie denn mit den armen Schwestern und Brüdern aus dem Osten überhaupt ein Volk bilden wollte. Über zukünftige staatliche Maßnahmen machten sich die wenigsten überhaupt Gedanken und fast alle begrüßten den Untergang der DDR und die Bereitschaft der BRD zur Finanzierung ihrer eigenen Sanierung frenetisch. Endlich konnte man heim ins Reich und Rache üben für 40 Jahre bezahlbaren Wohnraum.

            Es ist 30 Jahre nach der Wende recht einfach zu urteilen anhand der vergangenen Ereignisse. Mir erscheint die Fähigkeit zur Konsequenzanalyse der Zukunft wichtiger, wonach sich abzeichnet, dass jeder Ruf nach Veränderungen mit Bedacht und Lösungsansätzen sowie einer großen Portion Selbstverantwortung erfolgen sollte, anstatt nach dem Großen Bruder zu rufen, welcher für seine Hilfe das Recht der Herrschaft über die Familie beansprucht.

  5. Hm … beim Lesen kam ich sehr schnell darauf, daß ich das Gefühl habe, daß die oben beschriebenen Deutschen Revolutionen, gar keine Revolutionen in dem Sinn waren, wie ich – und vielleicht auch noch mehr Menschen – diese tatsächlich als solche verstehen; als Umbrüche aus sich selbst heraus. (Ihr selbst formuliert es so: „also vier, heute als Revolutionen bezeichnete gesellschaftliche Umbrüche“; damit ist also eine bestimmte Art der Betrachtung verknüpft.)

    Schon seit ein paar Jahren empfinde ich, wenn ich mich in die Zeit von 1989 in Leipzig rein versetze, und ich war damals in Leipzig live dabei, daß dies alles gesteuert war. Mag sich für den Einzelnen nach Was-Auch-Immer anhören, es ist mein Empfinden.

    Herzliche Grüße.
    also vier heute als Revolutionen bezeichnete gesellschaftliche Umbrüche
    also vier heute als Revolutionen bezeichnete gesellschaftliche Umbrüche
    also vier heute als Revolutionen bezeichnete gesellschaftliche Umbrüche
    also vier heute als Revolutionen bezeichnete gesellschaftliche Umbrüche

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